Hitman-4.de – The Lounge for Real Professionals

Hitman: Blood Money

Dieses Review wurde uns grosszügigerweise von GameRadio.de zur Verfügung gestellt. Dort findet ihr sowohl das Original als auch ein sehenswertes Video-Review.

Eidos schickt den glatzköpfigen Profikiller mit der Nummer 47 nun bereits in die vierte Runde. Hitman: Blood Money verspricht zahlreiche Neuerungen, welche die Kritikpunkte der Vorgänger ausbügeln sollen. Wie sich der Meuchelmörder dabei schlägt, erfahrt ihr in unserem Review und Video-Review.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Nachdem 47 in Hitman: Contracts nur knapp dem Tod entrinnen konnte, ist er nun wieder im Geschäft. Sein Arbeitgeber, die International Contract Agency, wird jedoch schon bald darauf in einen blutigen Konkurrenzkampf verwickelt. Eine neue Agentur drängt sich auf den Markt und versucht mit allen Mitteln die Mitstreiter zu beseitigen. Ein Agent nach dem anderen fällt den unfairen Methoden der mysteriösen Gruppe zum Opfer. Auch der an den Rollstuhl gefesselte Alexander Leland Cayne hegt grosses Interesse an 47 und studiert akribisch jeden Zeitungsartikel über ungeklärte Mordfälle. Um die Ergebnisse seiner Nachforschungen publik zu machen, trifft er sich mit einem übereifrigen Journalisten. Als Hitmans Tarnung aufzufliegen droht, taucht er in den USA unter.

Alte Stärken neu entdeckt

Am hinterhältigen Spielprinzip hat sich auch in Blood Money nichts geändert. Vor jeder Mission bekommt ihr ein umfangreiches Briefing mit näheren Informationen zu Zielperson und -ort. Wie schon im indizierten ersten Teil der Reihe, Hitman: Codename 47, wählt ihr anschliessend eure Waffen und Ausrüstungsgegenstände. Ein Grundset bestehend aus Silverballer, Schrotflinte, Maschinenpistole, Sturm- und Scharfschützengewehr könnt ihr hier in den Punkten Zielgenauigkeit, Schalldämpfung und Durchschlagskraft aufwerten. Das durch Aufträge verdiente Geld investiert ihr so in Schulterstützen, Zielfernrohre oder grössere Magazine. Im Zubehörshop deckt ihr euch mit Schmerzmittel, kugelsicheren Westen oder schnelleren Dietrichen ein. Im Verlauf des Spiels werden jeweils neue Upgrade-Klassen freigeschaltet. In den Levels gesammelte Waffen können aber leider nicht modifiziert werden.

Zu Beginn einer Mission lohnt es sich meist, das Areal erst einmal zu erkunden. So stosst ihr auf euren Streifzügen meist auf versteckte Outfits oder trefft auf einen abseits stehenden Wachmann. Auch Ablenkungsmanöver kommen in Hitman: Blood Money zum Einsatz. Beispielsweise fragt ihr einen Sicherheitsbeamten nach eurer verloren gegangenen Brieftasche. Während er im Fundbüro nachschaut, habt ihr leichtes Spiel und erledigt ihn kurzerhand mit der berüchtigten Klaviersaite. Eine weitere Neuerung stellen Kisten, Container oder Kühltruhen dar. Diese dienen nicht nur als schickes Mobiliar, sondern bieten auch genügend Platz für unliebsame Opfer.

Achtung Unfallgefahr!

Wie schon in den Vorgängern, könnt ihr jedes Level mit unterschiedlichen Lösungswegen meistern. Einer eurer Aufträge führt euch beispielsweise in eine Entzugsklinik. Die Vermutung, dass es in diesem Etablissement nicht mit rechten Dingen zugeht, wird bestätigt, als ein Agent der Agentur von einem Einsatz nicht mehr zurückkehrt. Eure Anweisung lautet, den verschwundenen Kollegen unverletzt aus der Anstalt zu befreien. Da ihr im schicken schwarzen Anzug nicht weit kommt, checkt ihr kurzerhand selbst als Patient ein. Auf dem Erkundungsgang durch die Klinik stosst ihr erneut auf verschlossene Türen. Der Zugang zum Kellerareal bleibt euch ohne passende Chipkarte leider verwehrt. Diese entdeckt ihr auf dem Schreibtisch eines Wachmanns, der gebannt auf seinen Monitor starrt. Im Schleichmodus erledigt ihr den unaufmerksamen Kollegen mit der Klaviersaite oder einer Betäubungsspritze. Mit der neuen Uniform habt ihr nun auch Zugang zur geschlossenen Abteilung der Klinik.

Der vermisste Agent Smith ist dort auch schnell gefunden. Da jedoch eine gemeinsame Flucht aus dem belebten Klinikgebäude zu viel Aufsehen erregen würde, greift 47 auf einen Trick zurück. Er verabreicht dem Agenten ein Serum, das ihn klinisch tot erscheinen lässt. Als er von einem muskelbepackten Pfleger ins Leichenschauhaus gebracht wird, haltet ihr Rücksprache mit der Agentur, welche euch drei optionale Zielpersonen übermittelt. Nehmt ihr den Auftrag an, stockt ihr damit euer Honorar auf. Hier kommt das neue Unfallfeature zum Einsatz. Opfer Nummer eins erwürgt ihr beim Trainieren an der Hantelbank, und die zweite Zielperson geht am manipulierten Gasherd in Flammen auf. Für die Beseitigung des dritten Opfers bringt ihr eine Mine an einem Kronleuchter an und löst sie mit Hilfe eines Fernzünders im richtigen Moment aus. Eine Bild-in-Bild-Kamera zeigt euch im Verlauf des Spiels mögliche Unfallquellen an. Nachdem ihr alle Zielpersonen eliminiert habt, belebt ihr den scheintoten Agenten mit einem Gegengift und flüchtet vom Klinikgelände.

Wenn Pressefreiheit zur Gefahr wird

Je nachdem wie auffällig euer Vorgehen in den Missionen war, schmückt eure Tat am nächsten Morgen die Titelseite der Lokalzeitung. Wurdet ihr auf ein Überwachunsvideo gebannt oder habt Zeugen hinterlassen, findet ihr neben einem Artikel mit Täterbeschreibung auch ein Phantombild. Die Berichterstattung wirkt sich ebenfalls auf euren Bekanntheitsgrad aus, was ihr im darauffolgenden Level negativ zu spüren bekommt. Um dem Auffliegen eurer Tarnung vorzubeugen, investiert ihr einen Teil eures Honorars in Bestechungsgelder für die örtlichen Polizeibehörden oder legt euch eine komplett neue Identität zu. Einige Extradollar bekommt ihr übrigens für die Bergung eures Anzugs und eurer Waffen. Neben Zeitungsberichten wird ihr natürlich auch wieder eine detaillierte Statistik präsentiert. Diese könnt ihr nun anhand des umfangreichen Online-Ranking-Systems mit Spielern aus aller Welt teilen. Damit auch Rambonaturen oder ungeübte Spieler Erfolge verbuchen können, ist das System in unterschiedliche Einsatzziele aufgeteilt. So wird beispielsweise auch nach Schnelligkeit bewertet. Neben Ruhm und einem Platz in den Toplisten winken den besten Spielern auch Sachpreise.

Sanfte Musik und harte Methoden

Die unfairen Momente der Gegnerintelligenz wurden von Entwickler IO-Interactive ebenfalls beseitigt. Wachleute reagieren nun nicht mehr so empfindlich auf eure Verkleidungen, wie noch in den Vorgängern. Einfacher habt ihr es dennoch nicht, denn Gegner bemerken nun auch Blutspuren und informieren ihre Kollegen. So bietet es sich also an, des öfteren zur Klaviersaite statt zur schallgedämpften Pistole zu greifen. Abhängig vom gewählten Schwierigkeitsgrad steht euch eine bestimmte Anzahl an Speicherplätzen zur Verfügung.

Bei der dynamischen Musikuntermalung des Spielgeschehens verlässt sich Eidos wieder auf Komponist Jesper Kyd, welcher schon in den vorangegangenen Teilen der Hitman-Reihe für die passende Atmosphäre sorgte. Hitman: Blood Money bietet einen Mix aus klassischen Themen, choralen Gesängen und elektronischen Beats. Die gelungene Synchronisation von 47 und seiner Agentur-Kontaktperson Diana übernehmen die deutschen Sprecher von Wesley Snipes und Uma Thurman. Dank der aufgebohrten Glacier-Engine erstrahlt auch die Optik des Spiels in einem neuen Licht. Eine neue Rendertechnik mit vorberechneten Beleuchtungseffekten und verbesserte Laufanimationen des Hauptcharakters sorgen für ein realistischeres Spielgefühl. Auch die Charaktermodelle der Nebenpersonen und die Ausstattung der Innenareale fallen im vierten Teil deutlich abwechslungsreicher aus.

IRC-Channel