Hitman: Codename 47
Neue Generation der Antihelden
Im Jahre 2000 gelang Io Interactive der absolute Durchbruch. Mit einem Spiel, bei dem sich die Gemüter teilten. „Hitman: Codename 47“, ein Stealth-Shooter der neusten Generation. Man schlüpfte in die Rolle eines Antihelden, eines Auftragskillers. Diese fragwürdige Thematik und die nüchterne Gewaltdarstellung führten letzten Endes dazu, dass das Spiel indiziert wurde. Doch nichtsdestotrotz fand der sympathische Glatzkopf viele Anhänger. Dadurch ist „Hitman: Codename 47“ auch heute noch ein Klassiker.
Systemvoraussetzungen
- Microsoft Windows® 95/98/Me/2000/XP
- Pentium 2 266 Mhz oder vergleichbar (Pentium 3 empfohlen)
- 64 MB RAM (96 MB RAM empfohlen)
- 400 MB freier Festplattenspeicher
- 8×-CD-ROM-Laufwerk
- DirectX®-7.0-kompatible 3D-Beschleunigerkarte mit 12 MB VRAM
- DirectX®-7.0-kompatible Soundkarte
- DirectX® 7.0 oder neuer (auf CD enthalten)
- Tastatur und Maus (Mausrad empfohlen)
Story
Tobias Rieper ist ein Auftragskiller. Eigentlich ist das gar nicht sein Name, denn er hat gar keinen Namen. Tobias Rieper ist ein Klon. Er wurde nur erschaffen, um ein perfekter Mörder zu sein. Im Geheimlabor eines Sanatoriums in Rumänien werden er und seine Brüder für ihre Aufgabe ausgebildet. Nach 29 Jahren kann Klon Nummer 47, Tobias Rieper, entkommen. Ein Jahr später arbeitet er für eine Agentur als Auftragskiller. Er ist der Beste seines Fachs. Doch er ahnt nicht, dass seine Arbeit überwacht wird. Langsam kommt er einer Verschwörung auf die Spur, die ihn schliesslich wieder an den Ort seiner Geburt zurückbringt. Am Ende muss er seinem Schöpfer gegenübertreten. Erst dann erkennt er, wozu er erschaffen wurde und dass er niemandem vertrauen kann.
Gameplay
Die Steuerung des glatzköpfigen Protagonisten erscheint zwar anfangs etwas komplex, ist aber gut durchdacht. Aktionen wie Tür öffnen werden durch die rechte Maustaste ausgeführt. Ziel einer jeden Mission ist es, die jeweilige Zielperson ohne viel Aufsehen aus dem Weg zu räumen. Dabei kann der Hitman Leichen verstecken und sich ihrer Kleidung bemächtigen. So wird er nicht so schnell erkannt und bekommt Zutritt zu bestimmten Arealen. Dabei sollte man aber nicht so dicht an den Wachen vorbeigehen, denn sie werden stutzig, wenn man sich auffällig verhält. Ist der Alarm einmal ausgelöst, ist es sehr schwer, die Mission erfolgreich zu beenden. Hier wäre eine Speicherfunktion angebracht. Doch da diese fehlt, muss man die Missionen sehr oft wiederholen, bis der Auftrag perfekt erledigt ist. In „Hitman: Codename 47“ ist es sehr wichtig, lautlos vorzugehen. Dabei hilft einem der Schleichmodus. Damit kann man sich unbemerkt von hinten an Personen heranschleichen, um sie dann zu erledigen. Jedes Level kann auf mehrere Arten absolviert werden. Manchmal muss man sich auch mit Zivilisten unterhalten, um an nützliche Informationen zu kommen, sie sollten einen nur nicht bei einem Mord beobachten, denn dann schlagen sie Alarm. Tötet man Zivilisten während eines Auftrags, werden die Kosten für einen Cleaner vom Honorar abgezogen.
Grafik
Die Grafik von „Hitman“ ist zeitgemäss. Dafür hat Io Interactive die hauseigene Glacier-Engine benutzt. Besonders die Innenlevel sind gelungen und auch die Personen sehen wirklich gut aus. Zu bemängeln ist nur die geringe Weitsicht, die es einem in manchen Levels ganz schön schwer macht, da man die Gegner durch den Nebel nicht sehen kann. Doch alles in allem kann sich die Grafik mit anderen Spielen dieses Genres messen.
Sound
Für den perfekten Sound in „Hitman: Codename 47“ sorgte der dänische Komponist Jesper Kyd. Die Locations werden mit sehr passender Trance-Musik untermalt. Der Sound im Spiel wechselt je nach Situation. Wird der Hitman zum Beispiel entdeckt, ändert sich die Musik. Dies trägt sehr zur dichten Atmosphäre bei. Die englischen Originalstimmen können sich auch sehen lassen. Leider wurde das Spiel nicht in Deutsch synchronisiert. Wer mit Englisch auf Kriegsfuss steht, kann deutsche Untertitel zuschalten.
Gegnerintelligenz
Die Gegnerintelligenz ist eine weitere Besonderheit des Spiels. Die Wachen sind sehr intelligent und reagieren auf Geräusche oder auffälliges Verhalten. Sie patrouillieren und wechseln häufig ihre Position. Fällt man ihnen auf, verfolgen sie einen. Finden die Wachen eine Leiche, schlagen sie sofort Alarm.
Waffen
Vor jedem Auftrag erfolgt ein ausführliches Missionsbriefing, bei dem man seine Waffen und die entsprechende Munition auswählen kann. Neben Nahkampfwaffen wie der Klaviersaite oder einem Messer findet man auch MPs, Scharfschützengewehre und zahlreiche Handfeuerwaffen. Die erste Wahl eines Profikillers ist dabei die Schallgedämpfte Beretta. Damit jeder auf seine Kosten kommt, findet man ausserdem auch Schrotflinten, Maschinengewehre und kleine Extras wie Fernglas oder Peilsender.
Locations
Die Locations in Hitman sind sehr abwechslungreich. Man bereist die ganze Welt: Neben Hong Kong, Rotterdam und Budapest muss man sogar einen Auftrag im Dschungel von Kolumbien erledigen. Die jeweiligen Orte sind realistisch in Szene gesetzt, nur im Dschungel stört die fehlende Weitsicht.
Fazit
„Hitman: Codename 47“ ist ein erstklassiger Stealth-Shooter, bei dem es auf Fingerspitzengefühl ankommt. Die spannende Story und die abwechslungsreichen Missionen tragen zu einem hohen Spielspass bei. Durch die fehlende Speicher-Funktion wird der Schwierigkeitsgrad enorm erhöht. Somit ist das Spiel nichts für Rambos, die ganze Gegnerhorden mit dem Maschinengewehr niedermähen, denn damit kommt man in „Hitman“ nicht sehr weit. Da jeder Auftrag auf mehrere Arten erledigt werden kann, hat das Spiel einen hohen Langzeit-Unterhaltungsfaktor, da man immer wieder neue Wege findet. Auch die dichte Atmosphäre und der erstklassige Sound machen „Hitman: Codename 47“ zum absoluten Klassiker mit Kultstatus.
| Pro | Kontra |
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