Charaktere
Don „Anguillo“ Gulliano
Pate der grössten, ältesten und einflussreichsten Mafia-Organisation Siziliens. Alter: 60 Jahre. Grösse: 180 cm. Gewicht: 120 kg. Das Strafregister dieses Mannes ist beeindruckend: Erpressung, Prostitution, Mord, Entführung, Schutzgelderpressung, Schmuggel, illegaler Waffenbesitz usw. Die lange und grausame Geschichte dieser ehrenwerten Familie wurde mit dem Blut ihrer Opfer geschrieben, angefangen bei der Omerta und den traditionellen Mafia-Riten auf Sizilien bis hin zu einer jahrhundertelangen blutigen Fehde zweier Familien. Heute ist er der „Capo di tutti capi“ der Insel. Skrupellos hat er im Laufe der Jahre alle Konkurrenten beseitigen lassen – unter ihnen unzählige Mafia-Paten, Schutzgelderpresser und Drogenhändler – und damit die Geschichte des organisierten Verbrechens auf seiner Insel nachhaltig verändert. Sein Vermächtnis würde Jahrhunderte überdauern, wäre da nicht seine Selbstzufriedenheit. Denn Selbstzufriedenheit macht leichtsinnig. Kürzlich liess der Don einen Fremden entführen – an sich nichts Ungewöhnliches. Doch diese Entführung sollte sich als grösster Fehler seines Lebens erweisen. Wie sagt man auf Sizilien so schön? „Lu sangu lava lu sangu“ (Blut wäscht Blut)
Charlie Sidjan
Kuala Lumpur ist ein pulsierender Schmelztiegel der Kulturen mit einer boomenden Wirtschaft, die Investoren und Spezialisten aus aller Welt anzieht. Schon heute steht die Halbinsel für Reichtum, Luxus und ungeahnte Möglichkeiten, und auch das organisierte Verbrechen ist auf dem Vormarsch. In dieser smogverseuchten Metropole werden neue Technologien entwickelt; Multimedia-Technologien, die Malaysia eines Tages in den Olymp der Industrienationen katapultieren werden. Ein fantastisches Bürogebäude im Herzen der Stadt ist die Zentrale von Carniwarez Inc. Präsident des Unternehmens ist Charlie Sidjan. Sidjan stammt von den Minangkabau ab und war schon als Kind in verschiedene Verbrechen verwickelt. Als die Polizei bei Sidjan eine grosse Lieferung Dadab (illegale Drogen) sicherstellte, floh er über die Strasse von Mallacca nach Singapur und von dort nach Kuala Lumpur. Hier baute er im Laufe der Jahre ein gut funktionierendes Hacker-Unternehmen auf.
Ehemaliger KGB-Offizier Rumyantsev
Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde das Leben in Russland härter, vor allem für ehemalige Offiziere des KGB. Sie konnten sich nicht länger auf ein korruptes System verlassen, das sie vor dem Zorn politischer Gruppierungen und jahrelang unterdrückter und verfolgter Personen schützte. Böse Zungen behaupten sogar, dass die ehemalige Sowjetunion 75 Jahre lang vom organisierten Verbrechen regiert wurde. Tatsache ist, dass grosse Teile der Streitkräfte nach dem Zerfall der Sowjetunion plötzlich führungslos waren. Unterbezahlt, unterbesetzt und schlecht ausgerüstet sahen sich viele ehrgeizige ehemalige KGB-Offiziere gezwungen, mit der Unterwelt zu kooperieren. In Russland nennt man diese Zusammenarbeit „Zapoldo“. In St. Petersburg arbeiten KGB-Offiziere regelmässig mit dem örtlichen Vor, dem Oberhaupt einer der grössten Mafia-Organisationen des Landes, zusammen. Es gibt Gerüchte, dass ein „Torpedo“ (so nennt man in der russischen Unterwelt einen Auftragskiller) einen der Offiziere eliminieren soll, da dieser als Suki (Verräter) enttarnt wurde. Die Offiziere handeln vor allem mit Waffen aller Art und in beliebigen Mengen. Die Korruption regiert nun Land. Natürlich unterhalten die Offiziere immer noch gute Verbindungen zu hochrangigen Mitgliedern der „Nomenklatura“, der politischen Elite – und sie haben Zugriff auf Nuklearwaffen.
Masahiro Hayamoto
Der Oyabun (Führer eines Yakuza-Clans) Masahiro Hayamoto ist das Oberhaupt des berüchtigten Verbrechersyndikats der Yamaguchi-Gumi. Hayamoto konzentriert sich heute auf den Waffen- und Drogenhandel. Ein Grossteil seines Vermögens stammt jedoch aus illegalen Geldgeschäften, dem Schmuggel und der Prostitution. Hayamoto war bereits Ziel zahlreicher Attentate. 1988 überlebte er einen Genickschuss, als ein Mitglied einer rivalisierenden Yakuza-Famile während einer Limbo-Tanzveranstaltung im Hauptquartier der Yamaguchi-Gumi mehrere Schüsse auf ihn abfeuerte. Hayamoto selbst bezeichnet sich als traditionsbewussten Ehrenmann, der sich nur bedingt für die Verwestlichung seines Landes interessiert. Sein Geheimversteck, eine nahezu uneinnehmbare Festung in einer tief verschneiten Schlucht, ist mit modernsten Sicherheitssystemen ausgestattet. Hayamoto selbst wird von unzähligen Shinobi bewacht. Das uralte, im Hogyo-Zikuri-Stil gebaute Schloss mit seinen sechs Stockwerken und seinen massiven Wänden thront majestätisch auf einem schwer einnehmbaren Felsvorsprung. Ein Shogun hatte die Festung in der Edo-Epoche errichten lassen, und für einen Oyabun des 21. Jahrhunderts ist sie wie geschaffen. Von hier kontrolliert Hayamoto alle Operationen und Waffengeschäfte der Yakuza. Wie so vieles im modernen Japan ist dieser Mann fest in der Vergangenheit und der Gegenwart verwurzelt. Es ist also nicht verwunderlich, dass er seine mittelalterliche Festung mit paramilitärischen Einheiten von der Aussenwelt abschirmt. Da Hayamoto eine Vorliebe für Waffen aller Art hat, verbringt er sehr viel Zeit in seiner privaten Waffenkammer. Es versteht sich von selbst, dass Hayamoto auf seinem Privatbesitz keine unerwünschten Besucher duldet. Eindringlinge werden schnell und skrupellos eliminiert. Doch auch die stärkste Kette hat ein schwaches Glied. Wie sagt man in Japan so schön: „Saru mo ki kara ochiru“ („Auch Affen fallen von den Bäumen“), kurz: „Jeder macht Fehler“ oder „Hochmut kommt vor dem Fall“.
Khan Abdul Malik
Tief verborgen im Tal des Kundun liegt die Residenz von Khan Abdul Malik und seinen Kriegern. Die Jahre des international agierenden Terrors, des Drogenhandels und der Waffenschiebereien haben ihm einen Platz auf der Most-Wanted-Liste des FBI verschafft. Für das Volk ist er ein Held, der Wohlstand über das Land gebracht hat. Doch Trägheit und Geiz trüben das Bild: Malik vernachlässigte seine religiösen Glaubensgebote und die Wünsche seiner Mitmenschen, um den eigenen Lebenstandart zu sichern. Obwohl sein rebellischer Ruf allmählich verblasst, sorgt die Waffe des Terrors dafür, dass seine Bürger ihm immer noch unterwürfig ergeben sind. Dieser Mann ist sicherlich nicht unverwundbar, doch fast unnahbar. Geschützt durch unpassierbare Berge und ausgedehnte Wüsten, durch zuverlässige Bodyguards und gepanzerte Limousinen.
Deewana Ji
Meister Deewana Ji ist der selbsternannte Guru des sogenannten Samhara-Dharma-Kultes. Seine Anhänger verehren Kali, die Hindu-Göttin des Krieges, und beschäftigen sich intensiv mit modernen Computertechnologien. Jis Gefolgsleute sind überwiegend Parias (Unberührbare), also rechtslose Angehörige der untersten Kaste der indischen Gesellschaft. Seine dunklen Pläne verwirklicht Ji mit der Unterstützung einer Sekte von Mördern und Räubern, die von den englischen Kolonialherren vor 200 Jahren fast vollständig ausgerottet worden war, und einiger gut ausgebildeter Computerspezialisten. Jis Lehre der Enthaltsamkeit hat mit seinem eigenen Lebenswandel nur wenig zu tun. In Kürze wird er sich im Swango Memorial Hospital einer schweren Herzoperation unterziehen. Die Gründe für sind Herzleiden sind sein jahrelanger Drogenkonsum und sein exzessiver Lebensstil. Trotzdem ist Meister Deewana Ji nicht zu unterschätzen. Er hat im Laufe seines Lebens schon mindestens zwölf Mal die Identität gewechselt. Unbestätigten Berichten zufolge könnte er aus Europa stammen. Deewana Ji hat unzählige treue Gefolgsleute, die bereit sind, für ihn zu sterben. Außerdem sollen mehrere Profikiller für ihn arbeiten.
