Hitman-4.de – The Lounge for Real Professionals

Hitman 2: Silent Assassin

Schafe, Mais und Profikiller

Was haben diese drei gemeinsam? Ihnen werden durch Genmanipulation völlig neue Eigenschaften beschert. Während sie die ersten beiden in ungeahnte Gaumenfreuden verwandelt, verschafft sie dem Spieler im neusten Spiel von Io Interactive die Gelegenheit, in die Rolle des professionellsten und erfahrensten Profikillers der Welt zu schlüpfen.

Selten hat ein Spiel in Deutschland die Gemüter aufgrund des Inhalts so gespalten, wie Hitman und das wird sich auch mit der erstklassigen Fortsetzung kaum ändern.

Systemvorraussetzungen

Story

Man schlüpft in die Rolle von Klon Nr. 47, der dazu erschaffen wurde, der perfekte Killer zu sein. Nach den Ereignissen im ersten Teil hat er sich in ein sizilianisches Kloster zurückgezogen, um ein neues, friedliches Leben zu beginnen. Doch seine Vergangenheit holt ihn schnell wieder ein, als sein Freund und Mentor Pater Vittorio von der sizilianischen Mafia entführt wird. Um ihn zu befreien, muss der Profikiller seinen alten Job wieder aufnehmen.

Gameplay

Trotz der immer überschaubaren Levelgrösse bietet „Hitman 2: Silent Assassin“ immer viele verschiedene Lösungswege, dabei hilft dem Spieler die gut umgesetzte Kartenfunktion und die anfangs gewöhnungsbedürftige, aber praktische Menüführung. Die immer abwechslungsreichen Missionsziele können zwar durch die Rambo-Methode erfüllt werden, vorsichtiges Vorwärtstasten macht sich aber besser bezahlt. Nach jedem absolvierten Level bekommt der Spieler ein Rating, welches von Psychopath bis Lautloser Killer reicht. Bei der Absolvierung der Levels helfen dem Protagonisten die unzähligen Outfits dabei, unentdeckt zu bleiben. Die Übersicht über das Spielgeschehen bleibt durch die wahlweise 3rd-Person- oder Ego-Perspektive erhalten. Hitman 2 spielt sich im Allgemeinen wie der Vorgänger, doch helfen erhebliche Verbesserung in der Steuerung und die neue Speicherfunktion dem Spieler dabei, auch anspruchsvollste Level zu bewältigen.

Grafik

Für die Fortsetzung wurde wieder die Glacier-Engine benutzt, diese wurde jedoch erheblich aufpoliert. Dies zeigt sich im Besonderen durch hochauflösende Texturen und eine enorme Weitsicht. Die Welten sind sehr detailreich, die Wettereffekte tragen zur Stimmung des Spiels bei und auch die realistischen Animationen der Figuren und deren Schatten sind gut gelungen. Während der ganzen Spielzeit sind keine Grafikbugs aufgetreten, was man heutzutage auch nicht oft findet.

Sound

Der Sound steht der Grafik in Nichts nach. Um diesen hat sich wie beim ersten Teil wieder Jesper Kyd gekümmert. Die Level werden von einem Mix aus Electronic und Klassik untermalt. Für Letzteres ist das Budapester Symphonieorchester verantwortlich und beschert Hitman 2 einen filmreifen Soundtrack. Die musikalische Untermalung wechselt im Spiel je nach Situation und trägt entscheidend zur ausserordentlich dichten Atmosphäre des Spiels bei. Wider Erwarten fiel auch die deutsche Synchronisation überraschend gut aus. Alle Stimmen sind gut gewählt und die Tatsache, dass die Einheimischen des jeweiligen Landes auch ihre Landessprache sprechen, erhöht den Realismus.

Gegnerintelligenz

Natürlich muss in einem solchen Spiel auch die Intelligenz der Gegner stimmen. Das ist den Entwicklern wieder gut gelungen, so zum Beispiel fällt den Wachen auffälliges Verhalten sofort auf, sie werden stutzig, hören Schritte und Schüsse und lösen daraufhin Alarm aus. Damit wird das Eindringen in Sperrgebiete oft sehr schwierig, da die Wachen patrouillieren und häufig ihre Position wechseln. Dem Spieler hilft eine Menüanzeige, die jederzeit darüber informiert, wie sehr man den Wachen auffällt. Auch mit einer gestohlenen Uniform sollte man sich nicht in Sicherheit wiegen, da man damit nur auf Distanz unerkannt bleibt.

Waffen

In Hitman 2 kommen Waffenfans voll auf ihre Kosten, denn dieses Mal gibt es wesentlich mehr davon als in Teil 1. Natürlich kommen auch Nahkampfwaffen wie die Klavierseite oder das Messer wieder zum Einsatz, doch können Gegner auch für eine gewisse Zeit mit Betäubungsmittel ausgeschaltet werden. Daneben stehen dem Spieler eine grosse Auswahl von Handfeuerwaffen zur Verfügung, darunter die bekannten Hardballers oder eine schallgedämpfte Beretta, um Gegner lautlos auszuschalten. Für hitzige Feuergefechte stehen Maschinenpistolen, Maschinengewehre und Schrotflinten zur Verfügung. Muss die Zielperson aus der Entfernung ausgeschaltet werden, empfiehlt sich die Armbrust mit Zielfernrohr oder eines der Scharfschützengewehre. Zusätzliche Ausrüstungsgegenstände wie Fernglas, Nachtsichtgerät oder Autobomben helfen ausserdem bei der Missionsbewältigung. Erzielt man am Ende der Missionen ein Rating als „Lautloser Killer“, so bekommt man als Belohnung eine zusätzlich Waffe.

Locations

Im zweiten Teil reist 47 an sechs verschiedene Orte um 21 Missionen zu absolvieren. Darunter die deutsche Botschaft in St. Petersburg, eine Festung in Japan, ein Wolkenkratzer in Malaysia oder eine Wüstenstadt in Nuristan. Fast alle Einsatzorte sind detailreich in Szene gesetzt.

Fazit

Wer „Hitman: Codename 47“ mochte, dem wird auch die Fortsetzung gefallen. Den Entwicklern von Io Interactive ist es gelungen, ein erstklassiges Spiel mit einer guten Story abzuliefern. Das zeigt sich schon daran, dass ihnen mit Eidos ein hochkarätiger Publisher zu Seite steht. Trotz der zahlreichen Terminverschiebungen hat sich das Warten gelohnt. Da kann man sich schon mal auf Teil 3 freuen.

Pro Kontra
  • 21 abwechslungsreiche Missionen
  • unzählige Lösungswege
  • hohe Gegnerintelligenz
  • toller Soundtrack
  • gute Synchronisation
  • viele Verkleidungen
  • kann immer nur ein Gewehr tragen
  • Story kommt nur langsam in Fahrt

IRC-Channel